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Donnerstag 19 März 2024

Vitrinengeschichte 9 Der erste gedruckte niederländische Text (und mehr)

Delft, 1477. "Inden beghin sciep god hemel ende aerde". Es sind die ersten gedruckten niederländischen Worte, die von einer Presse kommen, es ist der Beginn der Delfter Bibel. Nur das "i" von "Inden" wurde später von Hand hinzugefügt: in Rot, mit wunderschönen Verzierungen. Genauso wie alle Anfangsbuchstaben von neuen Absätzen im Rest der Bibel.

Diese Entwicklung im europäischen Buchwesen ist Johannes Gutenberg zu verdanken. Der Deutsche sorgte in der Mitte des 15. Jahrhunderts für eine Revolution. Er verwendete nämlich einzelne Bleilettern für den Druck, was die Buchproduktion erheblich beschleunigte. Denn Texte von Hand schreiben...

In den Niederlanden verfolgte man Gutenbergs Arbeit mit großem Interesse. Tatsächlich wurden mehrere Druckereien gegründet, darunter auch die in Delft von Jacob Jacobszoon van der Meer und Mauricius Yemantszoon. Die ersten Texte, die dort von der Presse kamen, waren noch auf Latein. Aber dann kam also die erste Auflage der Delfter Bibel. In knapp fünf Jahren produzierten sie etwa 250 Exemplare.

Noch 23 Exemplare

Von dieser Serie Delfter Bibeln, mit Büchern des Alten Testaments, sind 23 Exemplare erhalten geblieben. Jedes einzelne ist durch die Handarbeit, die angebracht wurde, und einige durchgeführte Korrekturen einzigartig. Eines der Bücher ist im Stadtschloss Zaltbommel zu sehen. Dieses spezielle Exemplar ist 309 Seiten dick, enthält verschiedene handschriftliche Notizen vorne und ein Pergamentband mit Blindprägung auf Vorder- und Rückseite. Und am Band sind Lederschleifen befestigt.

 

 

"Einer der Gründer des Museums besaß die Delfter Bibel Ende des 19. Jahrhunderts"

 

"Wie wir dieses Buch in die Hände bekommen haben? Auch dafür gehen wir zurück in die Zeit", sagt Roland Gieles, Kurator im Stadtschloss Zaltbommel. "Aber nicht so weit wie für den ersten gedruckten niederländischen Text.

Einer der Gründer des Museums hatte diese Bibel Ende des 19. Jahrhunderts in seinem Besitz. Er schenkte die Delfter Bibel der örtlichen Altertumskammer, dem Vorläufer unseres Museums, um die frühe Sammlung zu bereichern. Heute, mehr als ein Jahrhundert später, ist es immer noch eines unserer Prunkstücke."

 

Von Münzstempeln bis zum Bommelschen Silber

Im Stadtschloss Zaltbommel, das in einem Gebäude von 1535 untergebracht ist, das auch als Maarten van Rossumhuis bekannt ist, ist die Delfter Bibel ein wenig ein Fremdkörper. Die Sammlung erzählt nämlich hauptsächlich die Geschichte von Zaltbommel und der Bommelerwaard im Laufe der Jahrhunderte.

Roland: "So haben wir eine schöne Sammlung lokaler Münzen und Münzstempel aus der Zeit des Achtzigjährigen Krieges (1568 - 1648). Danach verschwand das Recht, Münzen zu prägen, das Zaltbommel seit dem Jahr 1000 hatte, weil der niederländische Staat lokale Währungen abschaffen wollte. Besonders die zwölf Stempel sind bemerkenswert, denn die mussten oft zerstört werden."

 

 

"Eigentlich ist die gesamte Geschichte dieser Region besonders"

 

"Auch besonders ist das Bommelsche Silber aus dem 17. Jahrhundert", fährt der Kurator fort. "Das ist sehr selten. Wir haben unter anderem eine Sammlung kirchlichen Silbers und einen zeremoniellen Trinkhorn. Aus diesem Kuhhorn mit silbernem Beschlag tranken Gildenmitglieder Bier. Und eigentlich ist die ganze Geschichte dieser Gegend eigenartig, weil sie genau zwischen den alten Regionen lag und zwischen zwei Flüssen. Durch diese strategische Lage wurde hier viel gekämpft. Auch der Kampf zwischen Wilhelm von Oranien und den Spaniern fand hier statt."

 

 

Erneuertes Museum

Die Delfter Bibel, die Münzstempel und das Bommelsche Silber sind wichtig für das Stadtschloss Zaltbommel. Genau wie alle anderen Stücke, die die Geschichte der Stadt und der Region erzählen. Heutzutage können sie das noch besser. "Wir haben kürzlich das Museum komplett erneuert, unter anderem mit wunderschönen neuen Vitrinen", sagt Roland. "Die tun ihren Job: Ich merke, dass die Besucher besser lesen und schauen. Neugierig auf unseren Umbau? Lesen Sie hier weiter!"

Hinter jedem Objekt in einer Vitrine verbirgt sich eine besondere Geschichte. Das Prunkstück hat seinen Ehrenplatz hinter Glas natürlich nicht ohne Grund erhalten. Diese historischen, spannenden und fesselnden Geschichten erzählen wir in der Rubrik Vitrinengeschichte.

 

 

Haben Sie auch eine Vitrinengeschichte zum Genießen? Lassen Sie es uns wissen unter [email protected].

 

 
 
 
 

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