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Dienstag 25 Februar 2023

Vitrinengeschichte 6 - Historische Karnevalstorheit

Oosterhout, 12. Februar 1956. In der brabantischen Stadt Oosterhout (Easterwood del Carnavallo) entsteht unter der Leitung von Prinz Mienus 1 und seinem Elferrat der erste öffentliche Karneval. Das verdanken die Einwohner unter anderem Leo Wellens, der als Gründer der Oosterhouter Karnevalsstiftung Smulnarren grünes Licht dafür bekam, den Beginn der Fastenzeit ausgelassen zu feiern. Diesmal auf der Straße.

Um ein Uhr geht's los; vorwärts mit dem Spaß", steht auf dem Programm in der Zeitung. Prinz Mienus 1 wird bei der Eröffnung von der Bauernkapelle empfangen werden. Als nächstes stehen u. a. der Kinderumzug, das Prinzenessen und die Zugfahrt vorbei an Danszulders und Staminkes auf dem Programm.

Oosterhout feiert dann noch zwei Tage lang. Am Montag ist die Bauernhochzeit von Hendrien und Joanus auf dem Heuvel, und am Dienstag spielen die Dorfbewohner ein kostümiertes Fußballspiel auf der Wiese hinter einer Kneipe. Wer führt den Anstoß aus? Mienus 1, natürlich. Die Feierlichkeiten enden erst um halb zwölf Uhr abends: Easterwood del Carnavallo begräbt den Karneval 1956.

 

 

"Ut Kabinet der Zotheid"

Mit der symbolischen Verabschiedung des ersten Jahres hat De Smulnarren sofort einen Samen gepflanzt: Die Oosterhouter haben die Party schon immer geliebt. Kaaiendonk - so wird die Stadt seit 1978 während des Karnevals genannt - ist nicht nur völlig überlaufen, sondern hat seit Dezember 2022 sogar ein Karnevalsmuseum: Ut Kabinet der Zotheid. Hier erzählen Schaustücke die ganze Geschichte von Kaaiendonk.

"Von Fotos und Einladungen bis hin zu Kleidung und Auszeichnungen haben wir 24 Vitrinen, die damit gefüllt sind", sagt Gründerin Karin Mertens. "Aber das Wichtigste sind die Abzeichen, die echte Kaaiendonker um den Hals tragen. Bei jeder Ausgabe schicken die Einwohner ihre Entwürfe zu dem jährlich wechselnden Motto ein, woraufhin die Oosterhouter Karnevalsstiftung Smulnarren (OCS) den besten Entwurf freigibt. Jeder möchte ein solches Abzeichen haben. Auf Markplaats werden sie sogar für hohe Geldbeträge angeboten."

 

"Wir wollen vom Kabinet zu mehr als einem Museum machen: Es soll auch ein Ort der Begegnung sein"

 

Gespendet von Kaaiendonkers

Karin selbst ist auch eine begeisterte Karnevalistin und Liebhaberin von Abzeichen. Ihre Privatsammlung gab sogar den Anstoß für Ut Kabinet der Zotheid. "Als ich 2013 meinen Kleiderschrank ausräumte, fiel mir ein Abzeichen in die Hände", erklärt Karin. "Dann dachte ich: Ich werde sie retten. Nach einem Aufruf an meine Mitbürger erhielt ich eine Menge Abzeichen und alle möglichen anderen "historischen Verrücktheiten". Sie haben mir oft gesagt, dass ich dann einfach alles mitnehmen soll. So wurde die gesamte Sammlung von Kaaiendonkers gestiftet."

Ein Bier, Kaffee oder Schrobbelèr

Das Museum wurde schließlich als Stiftung an einem schönen Ort im Stadtzentrum eingerichtet: zwischen der St.-Johannes-Basilika und dem Theater De Bussel. Hier kann man leicht hineinspazieren. Dann finden sie sich in einer karnevalistischen Atmosphäre wieder... "Natürlich gibt es angenehme Musik", sagt Karin. "Die Besucher können auch einen Kaffee, ein Bier oder einen Schrobbelèr trinken. Auf diese Weise wollen wir Ut Kabinet zu mehr als einem Museum machen. Es soll auch ein Ort der Begegnung sein, an dem man sich über die Vergangenheit austauscht.

Und machen die Besucher das nicht unter sich aus? Und dann sind da noch die Freiwilligen. "Sie sprechen mit Begeisterung über die Stücke in den Vitrinen", so der Initiator weiter. "Dadurch werden die Erinnerungen viel lebendiger. Und hoffentlich noch mehr durch unsere neueste Initiative: Ut Kabinet erzählt. Drei Senioren werden jeweils 30 Besucher in die Vergangenheit entführen. Ja, ich denke, diese Versammlungen werden in kürzester Zeit voll sein."

"Die Monteure waren mit den Vitrinen genauso zufrieden wie wir"

 

Schöne Vitrinen

Karin freut sich über den vielversprechenden Start von Ut Kabinet. Die Leute finden sich schon ganz gut zurecht und äußern sich nach einem Rundgang positiv über das Museum. "Das liegt auch an den schönen Vitrinen von SDB", freut sich der Initiator über die Zusammenarbeit. "Von Anfang an fühlte es sich gut an. Ich wurde in der Werkstatt in Rosmalen empfangen und durfte mir alles ansehen. Dann haben sie wirklich mit unserem Budget und den Möglichkeiten mitgedacht. Selbst während der Installation war es ein Fest. Die Monteure waren mit den Vitrinen genauso zufrieden wie wir!"

 

 

Hinter jedem Objekt in einer Vitrine steht eine besondere Geschichte. Natürlich hat das Prunkstück seinen Ehrenplatz hinter Glas nicht ohne Grund bekommen. Diese historischen, spannenden und fesselnden Geschichten erzählen wir in der Rubrik Vitrine-Geschichte

Haben Sie auch eine Vitrine-Geschichte die wir genießen können? Informieren Sie uns unter [email protected].

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